Welche verschiedenen Kohlenhydrate-Arten gibt es?

Nährwerttabelle auf Lebensmittel

Kohlenhydrate sind wichtig und werden vom Körper gebraucht. Wer eine Diät macht, sollte den Konsum jedoch reduzieren. Das richtige Verständnis für den vielseitigen Zucker kann bei einer gesunden Ernährung auch schon viel bewirken.

Verschiedene Arten von Kohlenhydraten

Eine Sorte der Hydrate, auch als Saccharide bezeichnet, sind die Monosaccharide – die Einfachzucker. Diese bestehen aus nur einem einzigen Molekül. Das Gerüst dieses Moleküls wird durch eine Kette von Kohlenstoffatomen gebildet. Je nachdem, in welcher Anzahl die Atome vorkommen, haben die Ketten verschiedene Bezeichnungen:

  • auf Triosen sind 3 Atome zu finden und bildet die kleinstmögliche der Einheiten
  • Tetrosen beinhalten 4 Atome
  • bei 5 Atomen spricht man von Pentosen

und so weiter. An nur einem der Atome ist ein zweifach vorkommendes Sauerstoff-Atom. Monosaccharide entstehen durch teilweise Oxidation von mehrwertigen Alkoholen. Die Saccharide sind der Baustein alle anderen Kohlenhydrat-Arten und können in diese umgewandelt werden. Einfachzucker findet man unter anderem als Traubenzucker und Fruchtzucker, also in Obst, aber auch Honig und in Süßigkeiten. Zum Einfachzucker zählt auch die Galactose. Sie kommt in der Milch vor und trägt die deutsche Bezeichnung „Schleimzucker“.
Die zweite Art der Kohlenhydrate sind die Disaccharide, die Zweifachzucker, vorkommend als Kristallzucker und Malzzucker. Disaccharide bauen auf Monosacchariden auf. Spaltet sich Wasser zwischen zwei Einfachzuckern, entstehen zweifache Saccharide. Im Disaccharid sind die beiden Teile des Einfachzuckers durch eine Elektronenpaarbindung aneinandergeknüpft. Zweifachzucker zählen in die große Gruppe der Oligosaccharide (Wenigzucker). Ein wichtiger Faktor der Wirtschaft sind Rohr- und Rübenzucker, welche beide zur genannten Art gehören und eine elementare Rolle in der menschlichen Nahrung spielen. Eine Besonderheit ist, dass Disaccharide nicht direkt aufgelöst werden können. Sie müssen zuerst in Monosaccharide umgewandelt werden, und zwar in separaten Körperzellen durch Entzug von Wasser.

Als Polysaccharide werden Vielfachzucker, wie beispielsweise Cellulose und Chitin, bezeichnet. Diese Kohlenhydrat-Art kann erst entstehen, wenn sich mindestens zehn Monosaccharide miteinander verbinden. Zudem muss diese Bindung glycosidisch sein. Das heißt, ein anomeres Kohlenstoffatom und ein Hetero-Atom müssen verknüpft werden. Anomere sind eine Unterart der Isomere; ein Aglycon ist ein nicht auf Zucker basierender Bestandteil. Trotz, dass Polysaccharide kaum oder nicht in Wasser lösbar sind, sind sie ein essenzieller Teil in der Ernährung und dienen als Schleimstoffe, als Reserve und nicht zuletzt als Nährstoffe. Hauptsächlich findet man sie in Kartoffeln und Getreide. Vielfachzucker werden innerhalb ihrer Gruppe nochmals unterschieden, und zwar in Homoglykane (Art des Einzelbausteins (Monomere) im Molekül) und Heteroglykane (mindestens zwei Ketten im Grundgerüst).

Aufgabe der Kohlenhydrate

Erst einmal werden alle Zucker – Monosaccharide schnell, Disaccharide weniger schnell, Polysaccharide langsam – über Magen und Darm in die Blutbahn aufgenommen, wo sie in die Zellen des Körpers geleitet werden. Die Funktionen variieren nach Zuckerart. Monosaccharide liefern rasch Energie, während die Vielfachzucker länger satt machen.

Zucker als wichtiger Teil des Speiseplans

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät einem durchschnittlichen Erwachsenen eine tägliche Zuckerzufuhr von 350 Gramm. Die Mindestmenge beträgt 150 Gramm. Den größten Bestand davon macht Stärke aus. Pflanzliche Kost sowie Getreide und Vollkornprodukte können vermehrt gegessen werden. Kohlenhydrate in Fetten und Auszugsmehl sollten dagegen weniger großzügig genossen werden.

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