Gicht: Welche Ernährung und Diät ist ratsam?

Gicht ist eine Wohlstandskrankheit, bei der sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern. Die Beschwerden treten anfallsartig auf, sie äußern sich durch rote, geschwollene und schmerzende Gelenke.

Eine gezielte Ernährung kann das Erkrankungsrisiko senken und die Verschlechterung der bestehenden Gichterkrankung vermeiden.

Verzicht auf Fett, Fleisch und Alkohol

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Nieren aufgrund moderner Essgewohnheiten sowie einer Überversorgung mit ungesunden Lebensmitteln die im Körper gebildete Harnsäure nicht ausreichend ausscheiden. In der Folge steigt die Harnsäurekonzentration im Blut stark über den Normalwert an. Wie viel Harnsäure der Körper produziert, hängt sowohl von erblichen Faktoren als auch von der individuellen Ernährung ab. So besitzen die fett- und fleischreiche Ernährung, ein übermäßiger Alkoholkonsum sowie bestimmte Entwässerungsmedikamente negative Auswirkungen auf den Harnsäurespiegel. Folglich gilt es, diese Faktoren zu meiden oder zumindest, sie lediglich in Maßen aufzunehmen.

Dies bedeutet für den Gichtkranken beispielsweise den Verzicht auf

  • Geflügel
  • Innereien
  • Rind- und Schweinefleisch
  • fetten Fisch wie Ölsardinen, Hering und Sardellen
  • Alkohol jeglicher Art
  • Mayonnaisen und Remouladen
  • und auf alle Speisen, in denen die erwähnten Lebensmittel verarbeitet wurden.

Doch auch bestimmte Gemüsearten erhöhen den Harnsäurespiegel. Dies sind beispielsweise

  • Spinat
  • Spargel
  • Blumenkohl
  • Rosenkohl
  • Pilze
  • Hülsenfrüchte
  • sowie scharfe Gewürze.

Gicht-Diät kann Beschwerden lindern

Um das Fortschreiten der Erkrankung sowie weitere Krankheitsschübe hinauszuzögern, empfiehlt sich bei Gichterkrankungen grundsätzlich eine purinarme Ernährung. Die Purinwerte für die einzelnen Lebensmittel lassen sich speziellen Purintabellen oder dem Purinrechner der Deutschen Gicht Liga e.V. entnehmen. Wer darauf achtet, täglich nicht mehr als 500 Milligramm zu sich zu nehmen, trägt zur Verbesserung seines Gesundheitszustandes bei. Während eines Gichtanfalls oder nach einem überstandenen Schub empfiehlt es sich, die angegebene Menge so weit wie möglich zu unterschreiten. Dennoch muss die Nahrung für Gichtpatienten ausgewogen sein, damit eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien gesichert ist. Gegen eine gelegentliche Fleischmahlzeit ist also nichts einzuwenden. Allerdings sollte das Fleisch möglichst fettarm sein und im gekochten Zustand verzehrt werden. Der Kochvorgang führt nämlich dazu, dass das im Fleisch vorhandene Purin in den Kochsud ausgeleitet wird.

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Köstlich essen bei Gicht: Über 130 Rezepte: Endlich niedrige Harnsäurewerte

Perfekte Vitaminlieferanten sind übrigens frisches Obst und Gemüse, wobei auf die oben bereits genannten Arten verzichtet werden sollte. Empfehlenswert sind hingegen verschiedene Salate und Kartoffeln. Insbesondere das im Obst und Gemüse enthaltene Vitamin C trägt dazu bei, dass der Harnsäurewert im Körper gesenkt wird. Um den Calciumbedarf zu decken, empfehlen sich Milch und Milchprodukte, wobei auf die Auswahl möglichst fettarmer Produkte zu achten ist. Beispielsweise bieten sich magere Käsesorten wie Harzer Käse an. Auch Eier versorgen den Körper mit Vitaminen und Spurenelementen.

Foto: © Lsantilli – Fotolia.com

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