Muskelzerrung oder -verhärtung: Wie erkennt man den Unterschied?

Zwei häufig auftretende Muskelverletzungen sind die Zerrung und die Verhärtung. Beide Verletzungen haben jedoch unterschiedliche Ursachen und äußern sich mit verschiedenen Symptomen. Doch wie lassen sie sich unterscheiden?

Muskelverhärtungen erkennen und behandeln:

Bei einer Muskelverhärtung, im Fachjargon als Myogelose bezeichnet, handelt es sich um eine Verspannung des Muskels. In Folge dessen schmerzt der Muskel beim Berühren oder bei Bewegung. Dies liegt darin begründet, dass der Muskel bei einer Verhärtung unentwegt angespannt ist. Somit verliert er an Flexibilität, woraus der Schmerz resultiert.
Die Ursachen von Muskelverhärtungen sind vielseitig. Häufig treten Muskelverhärtungen beim Sport als Resultat ungewohnter Bewegungen auf. Doch auch nächtliches falsches Liegen kann zu einer Verhärtung des Muskels führen. Muskelverhärtungen sind stets ein Ergebnis falscher Belastung. Eine Muskelverhärtung kann durch Ertasten festgestellt werden. Eine ärztliche Behandlung ist nicht immer notwendig.

Wenn eine Muskelverhärtung beim Sport auftritt, muss die Intensität des Trainings umgehend gesenkt werden. Auf keinen Fall sollte das Training unter Schmerzen fortgesetzt werden. Gezielte Dehnübungen können zu einer erheblichen Linderung des Schmerzes angewandt werden. Warme Bäder in Kombination mit anschließendem leichten Dehnen zählen ebenfalls zu den bewehrten Hausmitteln gegen Muskelverhärtungen.

Um Muskelverhärtungen vorzubeugen, genügt es in der Regel, eine Aufwärmphase vor sportlicher Betätigung einzulegen. Außerdem sollten einseitige Belastungen wie permanente Schreibtischarbeit vermieden werden.

Muskelzerrungen erkennen und behandeln:

Im Gegensatz zur Muskelverhärtung handelt es sich bei einer Muskelzerrung nicht um eine Verspannung, sondern eine Überdehnung. Die Muskelzerrung tritt stets akut auf und ist häufig eine Folge abrupt wechselnder Bewegungsabläufe wie zum Beispiel dem Stehenbleiben nach einem Sprint ohne Auslaufphase. Sportarten bei denen es zu stetig wechselnden Dreh- und Schlagbewegungen kommt, bergen ebenfalls ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Ein Beispiel für eine solche Sportart ist das Tennis.

Muskelzerrungen äußern sich in starken stechenden Schmerzen, Schwellungen, sowie Blutergüssen. Der Sportler leidet folglich unter einer eingeschränkten Belastbarkeit des Muskels bis hin zu einer Bewegungsunfähigkeit des Muskels.
Damit es gar nicht erst zu einer Zerrung kommt, sollte vor einer sportlichen Betätigung eine Aufwärmphase mit anschließenden Dehnübungen erfolgen. Ein weiterer Risikofaktor sind zu kurze Regenerationsphasen zwischen den einzelnen Trainingseinheiten.

Wenn es zu einer Muskelzerrung kommen sollte, hilft die Anwendung des PECH Schemas:

  • P steht für Pause. Also nicht unter Schmerzen weiter trainieren, sondern das Training abbrechen.
  • E steht für Eis. Um Blutergüssen vorzubeugen empfiehlt es sich mit kalten Wasser oder Eis zu kühlen.
  • C steht für Compression. Ein Verband mit kaltem Umschlag verhindert große Blutergüsse.
  • H wie Hochlagern sorgt für eine verminderte Schwellung und lindert die Schmerzen.

Foto: © Martinan – Fotolia.com

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