Knieschmerzen beim joggen: Anzeichen für Überlastung?

Ob Profiläufer, ambitionierter Amateur oder Laufanfänger, kaum ein Athlet kommt in seinem Trainingsleben nicht einmal mit Knieschmerzen beim Joggen in Berührung. Die Gründe für ausgedehnte Schmerzen im Kniebereich sind dabei vielfältig.

Falsche Schuhe, zu geringe Kraftausprägung der Muskulatur, überhartes Training oder einfach nur fehlerhafte Dehn- und Aufwärmübungen sind in der Regel bei dem Großteil der Läufer die Hauptursache.

Dabei hängen Knieschmerzen oft aber von individuellen Faktoren ab. Maßgeblich für die Druckkräfte die zwischen Gelenkpfanne und Kugel entstehen, die Reibung und die Zugbelastung der Sehnen und Bänder sind bei jedem Läufer unterschiedlichste Voraussetzungen. So spielen Körpergröße, Gewicht, Über- und Unterschenkellänge genauso eine wichtige Rolle wie die Fußstellung, Abrollbewegung und die Elastizität des Muskels. Am Ende geben auch Trainingslänge, Umfang, Laufgeschwindigkeit und Beschaffenheit des Untergrunds den Ausschlag. Die Überbeanspruchung des Fußes lässt sich aber gezielt behandeln. Gegen schlechtes Schuhwerk helfen individuelle Laufanalysen. Hierbei werden Fußstellung, Abrollbewegung und Laufstil der Joggers per Videoaufzeichnung festgehalten und von einem kundigen Fachverkäufer oder Sportmediziner ausgewertet. Das große Ziel dabei ist die Suche nach dem perfekt auf die Bedürfnisse des Fußes abgestimmte Laufschuh.

Kräftigung verringert Anfälligkeit

Schmerzen aus dem Bereich der Sehnen und Bänder lassen sich durch gezielte Kräftigungsübungen verringern. Muskuläre Dysbalancen sind hier oft anzutreffen. Sie entstehen durch Fehlhaltungen der Läufer und können beispielsweise zur Verlagerung eier großen Kraftkomponente auf ein Bein führen. Das andere verfügt dann nicht mehr über genügend große muskuläre Reizte und verliert an Kraft. Um dem entgegen zu wirken sind Überprüfungen der Fußlängen, einer Hüft- oder Wirbelsäulenschiefstellung beim ortsansässigen Orthopäden angezeigt. Abhilfe schaffen dabei einfache aber effektive Maßnahmen wie Schuheinlagen und regelmäßige Kräftigungsübungen zu Hause oder an Geräten wie der Beinpresse im Fitnessstudio.

Bei den Trainingsbedingungen lassen sich auch viele Schmerzquellen abstellen. So führen ausgedehnte Läufe auf felsigem, bergigem Terrain zu starken Belastungen der Knie. Deshalb sollten Crossläufer zwischendurch auch mal einzelne Trainingseinheiten auf weiches Geläuf verlegen. Besonders beim Bergab Laufen sind die Knie hohen Druckspitzen, die durch die Abfangstöße der Beine verursacht werden ausgesetzt. Um der Hangabtriebskraft zu wiederstehen neigen viele Läufer dabei schneller zu laufen. Kleine Schritte vermindern die Stoßbelastung aufs Knie. Auch wenn dabei das Tempo leidet- für das tägliche Training ist das gesunde Knie wichtiger.

Akut bei Knieschmerzen hilft Eis, es verhindert die weitere Anschwellung des geschädigten Muskels und sorgt für eine erhöhte Regeneration der Zellen. Auch das Hochlagern der Extremitäten bietet eine gute Möglichkeit, um den Blutfluss und den damit verbundenen Abtransport von Giftstoffen zu beschleunigen. Schmerzmittel und Entzündungshemmer in Kombination mit langen Trainingspausen sind im Kampf gegen Knieschmerzen oft das letzte Mittel.

Foto: © cirquedesprit – Fotolia.com

Comments are closed.