Johanniskraut (Hypericum Perforatum) als Homöopathisches Mittel

Johanniskraut ist bereits seit der Antike eine beliebte Heilpflanze und galt als Pflanze mit Zauberkräften. Vor allem als Mittel gegen depressive Verstimmungen ist die Pflanze bestens bekannt. Als Hypericum perforatum hat es auch Einzug in die Homöopathie gehalten.

Von der Pflanze zur Arznei

Die Pflanze liebt die Sonne und bildet von Ende Juni bis Anfang August zahlreiche goldgelbe Blüten. Zerquetscht man diese, tritt blutroter Saft aus, was einst für Mystik und Sagen sorgte. Zur Herstellung der Droge werden die Blüten geerntet und getrocknet. Für die Homöopathie müssen die ganzen oberirdischen Teile der frischen, blühenden Pflanze verwendet werden. Das homöopathische Mittel ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, vorwiegend sind dies Globuli, Tabletten und Tinktur. Beliebte Potenzen sind die Urtinktur, D6 und D12.

Johanniskraut sagt Depressionen den Kampf an

Seit den 1970ern wurde Johanniskraut (Daten und Fakten) vermehrt analysiert und die Wirkung bei Depressionen durch zahlreiche Studien bestätigt. Dabei ist diese nicht nur einer bestimmten Substanz zuzuschreiben, sondern dem Zusammenwirken des Gesamtextraktes. Damit wirkt Johanniskraut als natürliches Antidepressivum. Seine Inhaltsstoffe wirken stimmungs- und gemütsaufhellend, indem sie in die Neurotransmittersysteme eingreifen und auf Noradrenalin und Dopamin wirken. Das homöopathische Erscheinungsbild dabei ist Nervosität, Niedergeschlagenheit, Traurigkeit und Antriebslosigkeit.

Der Vorteil einer Behandlung mit Johanniskraut ist das geringe Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen, die Psychopharmaka meist mit sich bringen. Andererseits handelt es sich bei Depressionen um eine ernst zu nehmende Krankheit. Daher gehört die Behandlung in die Hand eines Arztes.

Gut gegen Wunden und optimal für die Haut

Im Gegensatz dazu kann die homöopathische Arznei bei Wunden, Verletzungen und Schmerzen jederzeit eingesetzt werden. Hierbei wirkt es auf verschiedene Neurotransmitter und bietet sich für Verletzungen an, die Nervenschmerzen auslösen. Das Mittel kann bei Schnittwunden, Quetschungen, Bisswunden oder Insektenstichen Erleichterung bringen. Auch nach der Extraktion eines Zahnes kann Johanniskraut mit Erfolg schmerzlindernd verwendet werden. Erwiesen ist eine antiseptische und wundheilende Wirkung. Johanniskraut eignet sich daher hervorragend, um Verbrennungen oder Wunden oberflächlich zu behandeln. Dabei wird die Narbenbildung deutlich reduziert. Dass das homöopathische Mittel gut für die Haut ist, kommt auch bei der Behandlung bestimmter Hautkrankheiten zur Geltung. So kann etwa eine Empfindlichkeit der Haut gegenüber Licht oder UV-Strahlung mit Hypericum perforatum therapiert werden.

Großes Einsatzgebiet – kaum Nebenwirkungen

Die Einsatzmöglichkeiten des homöopathischen Arzneimittels Hypericum perforatum sind umfassend und bieten den großen Vorteil, dass es nur selten zu Nebenwirkungen kommt und das Mittel ganz einfach verwendbar ist. Sollte man im Bereich Anwendung oder Dosierung unsicher sein, hilft ein Arzt oder Homöopath gerne mit fundiertem Wissen weiter.

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