Erektionsstörung durch Nikotinkonsum?

Dass Nikotinkonsum zu schweren Erkrankungen wie Lungenkrebs führen kann und gemeinhin gesundheitsschädlich ist, ist bekannt. Neben Lungen – und Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann der Konsum von Tabak aber auch zu Erektionsstörungen führen.

So leidet jeder zweite Mann
über 70 Jahren an einer erektilen Dysfunktion. Aber auch jeder dritte Mann unter 50 Jahren hat in seinem Leben schon einmal Erektionsschwierigkeiten gehabt.

Dabei spielt der Lebensstil der einzelnen Personen eine wichtige Rolle.
Erhöhter Alkoholkonsum, Fehlen sportlicher Aktivitäten oder Übergewicht sind nur einige der Risikofaktoren. Auch Vorerkrankungen können dies begünstigen, zum Beispiel Bluthochdruck oder Diabetes. Doch auch das Rauchen steht in Verdacht Potenzstörungen zu begünstigen. Es wird davon ausgegangen, dass das Risiko an erektilen Dysfunktion zu leiden unter Rauchern um 31 % erhöht ist.

Wie wirkt sich Nikotin auf die männliche Potenz aus?

Sowohl Nikotin als auch andere Inhaltsstoffe der Zigarette beeinträchtigen die Funktion der Blutgefäße im Penis. Die Penisarterien gehören zu den dünnsten Arterien im menschlichen Körper. Deshalb ist hier die Gefahr einer Venenblockade besonders hoch.
Zusätzlich verliert der Schwellkörpermuskel durch die Inhaltsstoffe der Tabakerzeugnisse an Elastizität. Als Folge kann die für eine Erektion nötige Menge an Blut nicht
in den Penis gelangen, sodass der Geschlechtsverkehr ungleich erschwert bis nahezu unmöglich wird. Weiterhin wird die Bildung von Testosteron gehemmt, was sich ebenfalls negativ auf die Potenz auswirken kann.

Was sagen Studienergebnisse?

Es gibt eine Vielzahl an Studien, die in den vergangenen Jahren den Zusammenhang zwischen Rauchen und Impotenz untersucht haben. Eine chinesische Studie mit 7.600 Probanden, hat ergeben, dass Nikotinkonsum die Wahrscheinlichkeit stark erhöht an einer erektilen Dysfunktion
zu erkranken. Männer, die zwischen einer und zehn Zigaretten täglich rauchen, sind demnach einer
27 % höheren Gefahr als Nichtraucher ausgesetzt. Bei elf bis 20 Zigaretten am Tag sind es knapp 50
% und bei mehr als 20 Zigaretten täglich sogar 65 %. Allgemein lässt sich also sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, Erektionsstörungen zu erleiden, umso höher ist, je mehr und je länger ein
Mann raucht.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch andere Forscher. Eine italienische Untersuchung schätzt das Risiko sogar noch höher ein. Die Befunde deuten auf eine 70%-ig höhere Wahrscheinlichkeit einer Potenzstörung unter Rauchern gegenüber Nichtrauchern hin. Bei ehemaligen Rauchern soll zudem immer noch eine 60 % höhere Gefahr vorliegen.

Nikotin beeinflusst männliche Geschlechtsorgane noch tiefgreifender

Tabakkonsum beeinträchtigt nicht nur die männliche Potenz sondern auch die Fruchtbarkeit. Der Grund hierfür liegt darin, dass durch das Rauchen die Anzahl und die Form der Spermien negativ
verändert werden können. Besonders hoch ist hierbei die Gefahr für Männer, die mehr als 20
Zigaretten am Tag rauchen.
Amerikanische Wissenschaftler haben zudem herausgefunden, dass die Kinder von stark rauchenden Vätern im Vergleich zu nicht rauchenden Vätern mehr als doppelt so oft Missbildungen aufweisen. Auch die Gefahr, dass diese Kinder an Leukämie oder Lymphknotenkrebs erkranken, ist um ungefähr 50 % erhöht.

Sind die Potenzstörungen reversibel?

Durch Nikotinkonsum verursachte Potenzstörungen sind oftmals reversibel. Studien haben ergeben, dass bei mehr als 25 % der getesteten Personen die Erektionsfähigkeit nur ein Jahr nach dem Rauchstopp deutlich verbessert wurde. Als Grund hierfür ist der Blutströmungsmechanismus im Penis zu nennen, der durch das Rauchen eingeschränkt wird. Nach dem Rauchstopp hat der Penis aber die Gelegenheit, diesen Mechanismus zu regulieren und normalisieren. In Folge dessen kann wieder mehr Blut, das für eine Erektion notwendig ist, in den Penis gelangen kann.

Foto: © Ollyy/shutterstock

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