Wie Gesundheitsbranche gegen den Fachärzte-Mangel ankämpft

Gruppe von Fachärzten

Studien zufolge nimmt der Fachärzte-Mangel in Krankenhäusern und Kliniken nimmer mehr zu. Betrachtet man sich die demografische Entwicklung unserer Bevölkerung, so ist eine erhöhte Anzahl an Fachärzten zukünftig dringend notwendig. Auch Fortschritte in der Medizin führen zu einem steigenden Fachärztebedarf.

Krank und nun? Welcher Arzt hilft?

Die Studie sagt aus, dass der Facharztberuf praxisnäher und die Arbeitsbedingungen der Ärzte besser gestaltet werden müssten. Auch im Hinblick auf eine angemessene Vergütung und weniger Bürokratismus. Hinsichtlich von Ärztinnen als Fachärzte müsste das Berufsbild familienfreundlicher gestaltet werden.

Vergleicht man einmal das Berufsbild eines Arztes für Allgemeinmedizin, so sagen nicht wenige, dass sie früher „alles selbst gemacht haben“. Von der urologischen Untersuchung bis hin zum eingewachsenen Nagel blieb alles in Händen des Allgemeinmediziners. Fachärzte gab es damals kaum. Das Problem das sich heute in Facharztpraxen zeigt, ist, dass es vorwiegend chronisch Kranke sind, die nach einem festgelegten Plan behandelt werden. Da bleibt kein Termin mehr frei für einen akuten Patienten. Auch das Krankheitsbild hat sich geändert, was darauf hinweist, dass es mittlerweile einen Mangel an Fachärzten gibt. Viele psychosomatische Krankheiten wie Burnout nehmen immer mehr zu. Hierbei bleibt der Allgemeinmediziner außen vor.

Wie Einrichtungen und Online-Portale den Facharztmangel vorbeugen wollen

Um dem Fachartzmangel zuvorzukommen, gibt es z.B. Online-Plattformen für die Ärztevermittlung die darauf spezialisiert sind, qualitativ hochwertige Bewerber, erstens beim Bewerbungsprozess zu unterstützen und zweitens eine adäquate Stelle verspricht. Diese Portale bietet medizinischen Einrichtungen kurzfristig ihre Engpässe zu überbrücken. Gleichzeitig besteht aber auch die Möglichkeit, langfristige Bewerbungen umzusetzen.

Bringen Stipendienprogramme mehr Fachärzte?

Es gibt einige Landkreise, in denen Stipendien an Medizinstudenten vergeben werden. Mit diesem Stipendienprogramm soll dem drohenden Fachärztemangel vorgebeugt werden. Das Programm soll dazu verleiten, frühzeitig ärztlicher Nachwuchs zu gewinnen. Es sind ja nicht nur fehlende Mediziner im Landbereich, der Facharztmangel erhöht sich immer mehr. Patienten erhalten Termine erst nach Wochen.

Das Stiefkind Notfallmedizin – der Herzinfarkt kann nicht warten

Es hat sich generell im Gesundheitswesen etwas getan. Viele Medien fragen sich, warum gibt es einen Ärztemangel in Deutschland, wenn es so viele Mediziner wie nie gibt. Das Gesundheitswesen knirscht, die Gesellschaft wird immer älter und die Medizin zeigt starke Fortschritte. Die Folge davon ist, dass immer mehr Ärzte gebraucht werden. So existiert beispielsweise eine Facharztausbildung für Notfallmedizin nicht. Gerade die Notfallmedizin in Krankenhäusern ist unterbesetzt mit Fachärzten.

Da werden Patienten von jungen unerfahrenen Ärzten behandelt. Ein halbjährlicher Notfalldienst genügt hier nicht. Da es keinen Facharzttitel „Notfallmedizin“ gibt, sind viele junge Mediziner in dieser Hinsicht nur wenig motiviert. Sie ziehen sie Onkologie oder die Kardiologie vor, dieser Berufszweig ist wesentlich attraktiver. Wo bleibt der Enthusiasmus der Mediziner vergangener Tage? Die Zeit ist reif um etwas zu ändern.
Wenn man bedenkt, dass jährlich etwa 20 Millionen Patienten in Notaufnahmen behandelt werden, so sollte dieser Berufszweig besser ausgebildet werden.

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