Bipolare Störungen: Die Behandlungsansätze im Überblick

Die bipolare Störung ist eine genetisch angelegte Erkrankung, die zwar nicht geheilt, aber dank moderner Medizin gut therapiert werden kann. Die Behandlung erfolgt regulär in drei Schritten, dabei steht die Stimmungsregulierung bei jeder Behandlungsepisode im Vordergrund.

Die verschiedenen Behandlungsmethoden

Mit der Akutbehandlung werden zunächst die Krankheitssymptome behandelt. Der Erkrankte muss aus seiner manischen oder depressiven Stimmungslage herausgeholt werden. Dazu werden stimmungsregulierende Medikamente verabreicht.

Die Erhaltungstherapie dient nach erfolgreicher Medikamenteneinstellung zur Erhaltung des verbesserten Zustands; gleichzeitig oder direkt im Anschluss erfolgt die Phasenprophylaxe zur Vorbeugung von Rückfällen.

Während früher die medikamentöse Therapie im Vordergrund stand, wird heute so schnell wie möglich zu einer unterstützenden Psychotherapie geraten. Hier erfährt der Patient alles über die verschiedenen Symptome seiner Erkrankung. Das Ziel ist letztendlich, die Vorzeichen einer beginnenden manischen oder depressiven Phase zu erkennen. So lernt der Erkrankte, dementsprechend schnell zu reagieren, indem er bestimmte Auslöser meidet. Dem Betroffenen wird empfohlen, ein Stimmungstagebuch zu führen. Es hilft zusätzlich, Stimmungsschwankungen schneller zu erkennen.

Gibt es alternative Möglichkeiten?

Eine gesunde Ernährung, die den Verzicht auf Alkohol und Drogen beinhaltet, sollte angestrebt werden. Um die Auswirkungen der bipolaren Störung auf den eigenen Körper zu verstehen, ist es sinnvoll, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen. Es gibt mittlerweile in allen größeren Ortschaften Hilfsangebote. Auch online findet mittlerweile professionelle Hilfe (hier informieren). Die Gruppe bietet Kontaktmöglichkeiten zu Leidensgenossen und sorgt für den nötigen Halt in Notlagen. Gerade bei der bipolaren Störung gibt es Situationen, die nicht nur den Kranken selbst belasten oder gefährden (Suizidgefahr), sondern auch sein Umfeld. Kontakte zu anderen Betroffenen können also im akuten Fall lebensrettend sein.
Partner, Verwandte und Freunde sollten ebenfalls eingebunden und über die Erkrankung informiert werden, damit ein drohender Rückfall abgefangen oder zumindest gemildert werden kann.

Andere Therapieformen wie die Musik- und Tanztherapie haben sich bewährt und werden heute den meisten Betroffenen empfohlen. Bei der manischen Phase wird die Energie des Erkrankten in eine gesündere Richtung gelenkt, indem er sich mit Hilfe einer Sport- oder Tanztherapie einfach in der Bewegung „entladen kann“. Doch auch Entspannungsübungen sind sehr hilfreich, um beispielsweise eine beginnende Depression zu überwinden.

Was versteht man unter Wach- und Dunkeltherapien?

Die Wachtherapie wird bei stärkeren depressiven Phasen eingesetzt und soll helfen, die Depression zu lindern. Der Betroffene muss eine ganze Nacht wach bleiben und darf nicht vor dem nächsten Abend schlafen. Zwar kann man nicht genau erklären, warum diese Therapieform wirkt, aber sie zeigt einen recht guten Erfolg.
Mit der Dunkeltherapie sollen manische Phasen gedämpft werden, dazu müssen sich die Betroffenen eine Weile in einem abgedunkelten Raum aufhalten. Begleitend werden meistens Entspannungsübungen eingesetzt.

Welche Therapieform angewendet wird, hängt letztendlich vom Bedarf des Betroffenen ab. Wichtig dabei ist nur, dass er seine Erkrankung akzeptiert und gemeinsam mit Familienangehörigen, Freunden und Therapeuten im Gespräch bleibt.

Foto: © Antonioguillem – Fotolia.com

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