Laktoseintoleranz? Wie sollte man seine Ernährung umstellen?

Das Problem der Laktoseintoleranz betrifft immer mehr Menschen. Es ist eine Milchzuckerunverträglichkeit. Verantwortlich für eine Laktoseintoleranz ist das fehlende Verdauungsenzym Laktose.

Ursachen und Symptomatik

Milchzucker besteht aus den Bestandteilen Glucose und Galactose. Um ins Blut aufgenommen zu werden, sind diese zu spalten. Dazu ist das Verdauungsenzym Laktase, welches in der Dünndarmschleimhaut vorkommt, verantwortlich. Der ungespaltene Milchzucker ermöglicht es, den Bakterien den unteren Darmbereich zu besiedeln. Dies führt zu einer erhöhten Gas- und Säurebildung.

Die Folgen sind:

  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Koliken

Diagnostik

Besteht der Verdacht auf eine Laktoseintoleranz, indem einige der zuvor genannten Symptome auftreten, kann dies schnell durch einen Test bestätigt oder auch ausgeschlossen werden. Es bietet sich hierfür,

  • die Messung des Blutzuckerspiegels
  • der H2 Atemtest
  • der 13 C Atemtest
  • der Gentest
  • die Biopsie

an.

Ernährungsumstellung

Um langfristig mit diesem Problem zurechtzukommen, bietet sich einer Umstellung der Ernährung in drei Schritten an.

Schritt 1: Meidung laktosehaltiger Lebensmittel

Hierzu sind in den ersten beiden Wochen Nahrungsmittel, die laktosehaltig sind, zu meiden. Es bieten sich Milch und Milchprodukte an, die laktosefrei sind. Käse kann dabei weiterhin auf dem Speiseplan stehen. Durch die Reifung des Käses wird der Milchzucker abgebaut. Ideal sind,Edamer, Gouda und Tilsiter.

Schritt 2: Langsame Wiederaufnahme der Milchprodukte im Speiseplan

Innerhalb der 14 Tage sollte sich der Körper wieder erholt haben. Beschwerden, die für eine Laktoseintoleranz typisch sind, müssten durch den Verzicht auf Milch und Milchprodukte, welche nicht laktosefrei sind, wieder abgeklungen sein. Den Erkenntnissen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zufolge, sind mehrere Portionen über den Tag verteilt, zu empfehlen. Die laktosehaltigen Speisen und Getränke sind gemeinsam mit anderen Lebensmitteln zu verzehren.

Betroffene der Laktoseintoleranz berichteten, dass sie gute Erfahrungen gemacht haben, indem sie mit Sauermilchprodukten, die mit Wärme behandelt wurden, zu sich genommen haben. Beispiele hierfür sind die probiotischen Produkte, aber auch Kefir und Joghurt. Es befinden sich in diesen Produkten Milchsäurebakterien, die einen sehr hohen Gehalt an Laktose schon nach und nach abbauen.

Schritt 3: Erstellung des persönlichen Speiseplans

Durch den 2. Schritt wird ermittelt, welche Kombination für den Körper am besten ist, um nicht gänzlich auf Milchprodukte verzichten zu müssen. So können diese dauerhaft in den neuen Speiseplan integriert werden, ohne dass sie zu Beschwerden führen. Parallel dazu können Präparate, nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden. Dies ist nicht als Dauerbehandlung zu sehen, sondern als Ausnahme. Stehen Feiertage vor der Tür oder man hat eine Einladung zum Essen bekommen, bei denen Gerichte mit einem hohen Laktosegehalt serviert werden, sollten die Präparate eingenommen werden.

Fazit

Eine Laktoseintoleranz ist nicht nur belastend, sie kann auch schmerzhaft sein. Mit der richtigen Ernährungsumstellung kann sie gelindert werden oder sogar gänzlich verschwinden. Da hängt zum Teil daran, ob es sich um eine sekundäre oder eine natürliche Laktoseintoleranz handelt. Bei der sekundären Form, der erworbenen Laktoseintoleranz, ist es meist eine vorübergehende Beeinträchtigung. Die natürliche Form ist angeboren. Die Laktoseunverträglichkeit ist und bleibt oft, bis zu einem gewissen Grad, bestehen.

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