Seidelbast Daphne mezereum

Daphne Mezereum (Seidelbast) als Homöopathisches Mittel

Die Wirkstoffe des Echten Seidelbast (Daphne mezereu), in der Homöopathie wird er mit dem lateinischen Begriff Mezereum bezeichnet, bilden eine wichtige Grundlage in dieser alternativen Medizin. Mezereum findet besonders Anwendung bei entzündlichen Hauterkrankungen. Woher rührt nun die heilende Wirkung des Echten Seidelbast.

Besonderheiten der Pflanze

Der Echte Seidelbast (Daphne mezereum) gehört zu der Familie der Seidelbastgewächsen. Den bis zu einen Meter hohen schmalen Strauch, findet man vor allen in Buchenmischwäldern vor. Sein Ausbreitungsgebiet liegt in den gemäßigten Klimazonen des Eurasischen Gebietes. Direkt an den langen, rutenartigen Ästen befinden sich die rosa bis purpurroten Blüten des Strauches. Diese sind sehr stark duftend. Die circa ein Zentimeter großen Früchte des Echten Seidelbasts sind scharlachrot und äußerst giftig. Beim Verzehr dieser Früchte kann es zu massiven Magen- und Darmproblem, aber auch zu Nierenversagen kommen. Die Beeren lösen Halluzinationen aus und wenn man die Beeren herunterschluckt, verspürt man ein brennendes und würgendes Gefühl im Hals. Im Volksmund spricht man dann vom „Kellerhals“. Eine Dosis von 10 bis 12 Beeren gilt für einen Erwachsenen als tödlich. Auch für Tiere, wie zum Beispiel Schweine, Rinder und Pferde können die Früchte des Echten Seidelbasts zu Vergiftungserscheinungen führen. Dagegen sind die Beeren für Vögel ungefährlich. Ebenfalls hochgiftig ist die Rinde der Pflanze. Sie führt bei Berührung zu Hautausschlägen, Hautbläschen und anderen Entzündungen.

Anwendung als Heilpflanze

Trotz der des hohen Giftigkeitsgrad des Echten Seidelbasts, wurde frühzeitig schon die heilende Wirkung der Pflanze erkannt. Schon Anfang des 16. Jahrhunderts beschrieb der Gelehrte Johannes Lonicer die Wirkung der Rinde als Abführ- und Brechmittel. In der Rezeptur der sogenannten „spanischen Fliege“, die gegen alle möglichen Krankheiten verwendet wurde, befand sich ebenfalls die Rinde des Echten Seidelbasts. In der Medizin des Mittelalters wurde eine Mischung der Blätter mit Honig für die Wundheilung benutzt. Der Pflanze sprach man in jener Zeit auch hexenabwehrende Kräfte zu.

Anwendung in der Homöopathie

Lange Zeit war in der Schulmedizin die heilende Wirkung des Echten Seidelbasts vergessen. Erst die Homöopathie benutzt wieder verstärkt die Wirkstoffe dieser Pflanze für die medizinische Heilung. Um ein homöopathisches Mittel aus der Pflanze zugewinnen, wird von den jungen Zweigen, bevor es zu der Blüte kommt, die Rinde abgezogen. Diese wird dann zerkleinert und mit Alkohol mazeriert. Erfolge zeigt die Behandlung mit diesem nun gewonnen Mittel vor allen Dingen bei Neurodermitis, Gürtelrose und Herpes. Die Wirkung entsteht durch das homöopathische Prinzip, das ähnliches mit ähnlichem geheilt wird. Da die Rinde bei Berührung Hautreizungen mit Bläschenbildungen hervorruft, kann sie ähnlich gelagerte Krankheiten auch heilen.

Weitere Homöopathische Mittel

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